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Normale Version: Job Cliches
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Jeder Beruf hat normalerweise mit irgendwelchen Cliches/ Vorurteilen zu kämpfen.

- Bauarbeiter sollen nicht sooo intelligent sein.
- Informatiker sind alle Nerds und Kellerkinder die Rund um die Uhr am PC hängen.
- Bürotippsen (Kauffrau/-mann für Bürokommunikatioin) verbringen die meiste Zeit mit Kaffe kochen bzw. Kaffe trinken bzw. Kuchen essen.

Welchen Vorurteilen seid ihr in euren Berufen ausgesetzt? Treffen sie ganz, teilweise oder gar nicht zu?


Ich bin sowas ähnliches wie eine Bibliothekarin, abgesehen davon das ich den Beruf nicht studiere, sondern nur eine Ausbildung mache.

Vorurteile wären bei mir:
- den Beruf machen nur Frauen
- die haben meistens einen Dutt und Brille
- lesen viel und machen immer "Psst" und sind allgemein recht ernst

Was den Männeranteil angeht, der ist gering aber es werden doch immer mehr, die sich für diesen Beruf interessieren.
Ich kenne nur eine Bibliothekarin die das Clicheaussehen hat und die ist inzwischen in Rente.
Viel lesen, naja teilweise. Ich und einige meiner Kollegen eher nicht. Die Bücher in unserer Bibliothek kennen wir auch nicht auswendig...ist auch ein bissel schwer bei 600.000 Medien und einen ziemlich technischen Bestand (Uni)...sowas liest man nicht aus Spaß in der Freizeit.

Ernst sind wir auch nicht gerade. Jeder Bibliotheksmitarbeiter hat irgendwo eine Macke... man müsste sich nurmal meine Berufsschulklasse angucken xD

Man sollte über keinen Beruf urteilen, bevor man nicht mit einigen Menschen die diesen ausüben gesprochen hat. Bzw. ein mehrwöchiges Prakikum gemacht hat.
Lehrer:

Ihr habt doch das ganze Jahr Ferien!
Ihr arbeitet jeden tag nur von 8 bis 12 und müsst dabei doch nur Kinder bespaßen!
Ihr seid faules Beamtenpack und überbezahlt!
Ihr müsst nichts können!

Liebe vorurteilsbehaftete Mitbürgerinnen und Mitbürger - ihr könnt euch ja gern selbst einmal vor eine Klasse stellen und ein Schuljahr lang selbst unterrichten, dann werdet ihr schnell feststellen, dass:

- Man nicht das ganze Jahr über, sondern "nur" 12 Wochen im jahr "Ferien" hat, in denen man allerdings Klausuren korrigieren muss, Projekte und ganze Schuljahre vorbereiten muss (was mehrere Wochen dauert) und Fortbildungen besuchen muss.
- Man eben nicht von 8 - 12 arbeitet, sondern eher von 8 - 14, je nach Schulsystem auch von 8 - 16 Uhr, dabei keine/kaum Pause hat, zu dieser Arbeitszeit noch eine tägliche Vorbereitung von 2 - 3 Arbeitsstunden für jeden Tag kommt, Tests und Klausuren zu entwickeln und zu korrigieren sind, Elternsprechstunden, Lehrerversammlungen, Projektbesprechungen und allgemeine Sprechstunden, sowie Termine mit Schulpsychologen, Jugendämtern und Logopäden/Spezialisten für ADHS/etc.-Kinder kommen
- Zu Unterrichten (und das Ganze eben erwähnte noch dazu) weitaus mehr ist als nur vor einer Gruppe Kindern herumzustehen und herumzualbern - es muss nämlich sehr genau durchdacht werden, wem man wann, wie, wo, was und auf welche Weise sagt, zeigt, erklärt, wie man reagiert, um wen es sich handelt und wie das Ganze zu begründen ist.
- Ein verbeamteter Lehrer zu Beginn seiner Karriere gerade einmal 2400 - 2600 netto verdient, davon jedoch noch seine private Krankenversicherung zahlen muss und dies zudem nicht mehr ist als andere Akademiker verdienen
- Viele Lehrer nicht einmal mehr verbeamtet werden und dann trotz psychisch belastender Arbeit und Studium nicht mehr Geld verdienen als ein Busfahrer
- Man als Lehrer didaktisch und pädagogisch einiges drauf haben muss und sich das nun einmal nicht von allein erlernt, dafür nicht jeder geeignet ist und es ganz einfach doch einiges braucht, um das alles zu können
Da ich gleich zwei erlernte Berufe habe, bin ich doppelt so vielen Vorurteilen ausgesetzt. Kommen wir zum ersten:
Grafik-Designer
- sie sind kreativ
- sie verdienen viel Geld
- sie sehen gut aus
- sie sind weltmännisch
- sie haben leichte Arbeit und viel Freizeit
- weitere tolle Klischees findet ihr hier:
http://blog.seibert-media.net/2008/04/14/8-vorurteile-gegenuber-design-und-designern/

Als Grafik-Designer sollte man kreativ sein, richtig. Aber nur die wenigsten können Kreativität überhaupt buchstabieren. :facepalm: Als Grafiker verdient man auch keinen Haufen Geld, mit dem sich der alljährliche Karibikurlaub und der teure Wagen bezahlen lassen. Die Prozesse, die ablaufen, bevor man überhaupt einen Auftrag erhält, sind kosten-, zeit- und ressourcenintensiv! Wer mal nähere Infos dazu will, darf mir gern eine PN schicken. Grafiker haben auch nicht viel Freizeit, im Gegenteil: Ein 16-Stunden-Tag ist völlig normal, wenn es erstmal in die heiße Phase eines Auftrags geht. Da ist nix mit Wochenende geschweige denn Feiertagen! Und wer nochmal behauptet, Grafiker seien ja so weltgewandt, nur weil sie auch international arbeiten können müssen, dem stelle ich sehr gerne die gesamte Riege des Unternehmens vor, in dem ich zwangsweise mein Praktikum verbringen musste. Octavia angry

Buchhändler
- sie sind hochgebildet
- sie lesen pro Tag mindestens ein Buch
- sie kennen jedes einzelne Buch, dass sie bei sich im Laden verkaufen
- sie servieren dem Kunden das gewünschte Buch auf dem Silbertablett
- sie wissen immer, welches Buch man meint, wenn man als Kunde "nach einem grün-lila Taschenbuch, das letzte Woche da vorne auf dem Tisch gelegen hat" fragt
- sie tragen Brille

Buchhändler sind gebildet, aber hochgebildet? Danke, wir haben kein Interesse daran, mit unseren Kunden über die aktuelle politische Lage des Aussenministeriums in Kebal zu diskutieren! Und wir wollen uns auch nicht in 3 verschiedenen afrikanischen Dialekten artikulieren, nur um unseren Kunden den Vorteil eines Reiseführers von Uganda vorzuführen! Flutterrage
Wir lesen viel, ja. Aber wer schafft bitte ein Buch pro Tag? Wenn es unter 400 Seiten hat, ja, das kriege ich tatsächlich hin. Aber alles darüber ist auch für mich nicht machbar. Und schon gar nicht für den normalen Buchhändler. Und nein, wir kennen natürlich auch nicht den Inhalt eines jeden verdammten Buches, das wir verkaufen. Und bitte, bitte (!), merkt euch doch Titel oder Autor, oder schreibt es euch zumindest auf, bevor ihr nach Wochen zu eurem Buchhändler geht und nach dem grün-lilafarbenen Taschenbuch fragt, das da vorne auf dem Tisch gelegen haben soll. Denn meistens war es ein Hardcover, dass eine Landschaft mit blauem Himmel zeigte und bei den Reiseführer steht. Whining
Ist jetzt zwar nicht mein Hauptberuf (bin ja Student), aber ehrenamtlich bin ich beim ÖRK Rettungssanitäter. Da gibt es auch ein paar tolle Chliches.
1.) Alle Rettungssanis sind Ärzte:
Gut, kann passieren. Ich werde regelmäßig mit "Herr Doktor" betitelt und es sind VIELE Sanis Medizinstudenten. Ok, das hier sehe ich ein, auch wenn es nervig ist, dass immer wieder angefragt wird, ob man nicht das medizinische Kauderwelsch vom Spital übersetzen kann.

2.) Die fahren eh nur mit dem Blaulicht herum:
Ja, auch das habe ich schon oft gehört, dabei bin ich noch kein Fahrer. Anscheinend fahren wir den Leuten zuviel mit Blaulicht herum. Stimmt, wir holen ja immer das Mittagessen blau.
NEIN. Hier haben wir äußerst strenge Regeln und es muss vorher mit der Leitstelle abgeklärt werden.

3.) Sie fahren ja überall wo sie nicht fahren dürfen:
Höre ich auch regelmäßig, wieder obwohl ich kein Einsatzfahrer bin. Das wissen aber auch viele nicht, in Österreich sind Einsatzfahrzeugen Sachen wie Busspuren, Fußgängerzonen oder Privatstraßen auch ohne Blaulicht egal, wir dürfen da überall fahren. Nur bei Einbahnen oder generellen Fahrverboten müssen wir schauen, ob wir nicht anders zum Einsatzort kommen und auf der Autobahn dürfen wir nur gegen die Fahrtrichtung fahren, wenn wir grünes Licht von der Exekutive bekommen haben.

4.) Warum habe ich so lange warten müssen, sie haben eh nichts zu tun:
Meistens bei Krankentransporten (Transport von Menschen, die nicht mehr selber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu Arzt kommen), wenn der Heimtransport mal etwas länger auf sich warten lässt. Die Leute WOLLEN einfach nicht einsehen, dass die Notfälle vorgehen. Und auch wenn es blöd ist, dass manche Leute dadurch eine längere Wartezeit haben, dann tut mir das ja Leid, aber es lässt sich einfach nicht vermeiden.

5.) Ok, das ist jetzt kein Einzeiler, aber trotzdem eine Sache die einfach klischeehaft ist: zB bien Unfällen wird IMMER die Feuerwehr löblich hervorgehoben. Ist auch wahr, sind eine tolle Truppe. Aber die Rettung wird nie hervorgehoben. Unsere Arbeit wird immer als selbstverständlich angenommen, siehe vorherigen Punkt. Außer es passiert einmal etwas. Dan hat uns gleich die ganze Öffentlichkeit auf den Kieker.

Das beschreibt die Klischees des Rettungsdienstes in Österreich ganz gut. Kann sein dass in Deutschland oder der Schweiz anders abläuft, aber so in etwa laufen bei uns die negativen Aspekte ab.
Ihr wollt Cliches? Ich gebs sie euch! Denn ich bin

Gelernter Tankwart!


Was Leute denken: Ein Auto kommt an die Tankstelle und man betankt es und putzt die Scheiben.


Was man wirklich macht und wissen muss:
Kundenbetreuung und Schlichtungen bei Schäden rund ums Auto, Funktionsweise der gesamten Tankstelle sowie des TKW (Tankkraftwagen), alles über Benzin und Diesel Kraftstoff (Aditive, Flammenpunkte, Reinheit ect), Reifenkunde, alles rund ums Öl, Fahrzeugpflege sowie Funktionsweise einer Portalwaschanlage und Waschstrasse und das ist nur ein Teil des technischen Berreichs.
Dazu kommt der kaufmänische Teil wie Bestellungen, Jungendschutz, Warenpflege ect.

Pinkie approved
Altenpfleger...
... haben einen leichten Job.
... müssen keine körperlich schwierigen Tätigkeiten machen.
... können die meiste Zeit "chillen".
... etc.

Ständig höre ich von anderen Jugendlichen, "wie leicht mein Job sei" und "wie froh ich sein kann, dass ich nichts Anstrengendes machen müsse". Totaler Schwachsinn, wenn ihr mich fragt.
Das Schichtarbeiten schlaucht enorm, Pausen gibt es fast keine, man muss oftmals an Wochenenden und Feiertagen arbeiten oder auch bei Nachtschichten einspringen, und wie sehr dieser Job die Psyche, den Körper und die sozialen Kontakte (viele meiner Freunde habe ich wegen den vielen Schichten und Schulungen ewig nicht gesehen) belastet, davon will ich gar nicht anfangen.
Und trotzdem liebe ich meinen Job - er muss einfach gemacht werden, und ich bin stolz auf meine Kollegen, die das teilweise auch schon seit vierzig Jahren (!) machen. Hut ab! ^^
(11.11.2012)AbbyGuard schrieb: [ -> ]- Informatiker sind alle Nerds und Kellerkinder die Rund um die Uhr am PC hängen.

Der letzte Punkt stimmt ja in schon in gewisser Weise. Allerdings ist das nun mal beruflich bedingt, dass wir vor dem PC hängen müssen. Arbeit am Computer lässt sich ohne der Anwesenheit an einem Computer nun mal nicht erledigen RD laugh

Andere Klischees wären noch, dass alle Informatiker dick sind, immer eine Brille tragen, Pickel im Gesicht und fettige Haare haben und keine Hautbräune.
Naja das sind jetzt 5 Klischees und 2 davon treffen auf mich zu xD
Aber wenn ich so meine Arbeitskollegen so ansehen, dann gibt es eigentlich keinen so wirklich, der alle diese Klischees erfüllt. Bei uns gibt es teilweise sogar sportliche Aktionen, die von der Firma aus unterstützt und organisiert werden.
Oha... Jetzt kommts:

-Faul und Arbeiten nicht
-Machen durchgehend pause und arbeiten nur wenn wer vorbeikommt
-Können nix
-Machen alles verkehrt
-sind nicht zu gebrauchen

Hurra... Straßenbauer im Öffentlichen Dienst Twilight: No, Really?

Realität:

-Haufen Arbeit
-Auf Bereitschaft morgens um 2:00 Uhr anfangen mit dem Winterdienst (Straßen räumen und Streuen) und ers um 15:00 Uhr nachmittags aufhören
-Arbeiten so wie wir es gelernt haben oder wie es uns das Tiefbauamt vorschreibt
-Wichtig für die Stadt denn sonst gäbe es überall Stolperkanten, verstopfte Straßen Abwassereinläufe, Straßen werden nicht geräumt im Winter, Stadt würde im Müll versinken.

Also niemals behaupten das der Öffentliche Dienst aus nutzlosen Faulen Säcken besteht. Danke FS grins

PS: Hört sich vieleicht nicht so an, aber mache meinen Job sehr gerne Twilight happy
Zitat:- Informatiker sind alle Nerds und Kellerkinder die Rund um die Uhr am PC hängen.
RD laugh
Scheiße in meinem Fall trifft das fast schon zu.
16-18 h am Tag vorm PC sind keine seltenheit, eher Regelmässigkeit, da ich im geschäft meine ganze Zeit vor der Kiste hocke und in der Freizeit eigentlich meist auch.
Abgesehen davon wohne ich aber im 1 Stock und nicht im Keller, vor allem weil meine Pflanzen Licht brauchen und auch Informatiker atmen müssen.
Das "Nerd" kann man auslegen wie man will.
Ich hab mir sämtliche Programmiersprachen die ich jetzt kann selbst beigebracht, Auslöser dafür, dh. erste kontakte hatte ich damit aber üder diverse Ausbildungen. Dieses selbstbeibringen hat mir schlussendlich auch die Ausbildugn eingebracht nachdem ich das Studium abgebrochen habe. Dort bin ich nunmal meinen Kommilitonen als ausgezeichnetet und hilfsbereiter Programmierer aufgefallen und haben mich in dem Betrieb wo sie jobben empfohlen. Naja ausserdem mag ich Linux server auf Konsolenbasis.

Zu meiner Verteidigung: Meine korrekte Berufsbezeichnung lautet:
Fachinformatiker im Bereich Anwendungsentwicklung.
So puristischer Informatiker bin ich nicht, die verbringen öfter mal Zeit im Keller bei Netzwerktechnik an Servern etc.