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BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Druckversion

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BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Triss - 26.01.2015, 18:25

Heya,

wir hatten ja schon mal eine nette Diskussion in Lightning Skys Thread, die aufgrund von Off Topic gelöscht wurde. Deshalb habe ich mir gedacht, einen gänzlich neuen Thread zu eröffnen. Was haltet ihr von Hartz IV, bzw. noch wichtiger, den Leuten, die Hartz IV beziehen? Findet jeder, der will einen Job und beziehen Hartz IV nur diejenigen, die zu faul sind für eine richtige Arbeit? Plakativ formuliert, aber ich denke, jeder weiß, was ich meine.
Sollte man Leuten Hartz IV kürzen, wenn sie nicht die Auflagen erfüllen, die das Amt ihnen auferlegt, und eventuell gar nicht arbeiten wollen? Da ging es dann auch um das BGE (=bedingungsloses Grundeinkommen), was in Kurzform bedeutet, dass jeder Mensch, auch wenn er nicht arbeitet und nicht arbeiten will, genug Geld zum (Über)Leben zur Verfügung gestellt bekommt. Bei Hartz IV kann der Empfänger so weit sanktioniert werden, dass er gar nichts mehr bekommt. Findet ihr das okay?

Nur so mal als Anregung.


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - ... - 26.01.2015, 18:36

Nicht arbeiten wollen und keine Arbeit kriegen sind zwei Sachen. Ersteres ist asozial, wenn man mich fragt, dafür sollte man gar nichts kriegen.


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Whitey - 26.01.2015, 18:42

Ich seh schon wieder die ganzen Sozialdarwinisten hier auflaufen und mal ordentlich das nutzlose Gesindel bashen. Twilight: No, Really?

Das macht man aber auch nur so lange, bis man aus irgendwelchen Gründen mal selber betroffen ist, auch wenn alle das natürlich für komplett unmöglich halten, weil sie dafür ja viel zu fleißig und alles sind.

Naja, meiner Meinung nach sollte die Gesellschaft einfach jedem helfen, egal aus welchen Gründen das nötig ist, und deswegen bin ich mal ganz generell für BGE, weil Hartz4 so wie es ist, einfach komplett die Menschenwürde unterwandert. Und dann noch auf die Leute draufzuhauen, die ohnehin im Grunde nichts haben, halte ich entweder für ignorant oder schlichtweg böswillig.

Und ich denke, man muss nicht jeden Drecks-Sklavenjob annehmen, nur damit man sagen kann, dass man aber voll total arbeitet, damit sich irgendwelche Leute, die solche Probleme nicht haben, nicht künstlich aufregen können. Vor allem, weil man eben kein sogenannter Sozialschmarotzer sein kann, der sich nen schönes Leben auf kosten des Staates macht, weil 400 Gold im Monat nicht grad viel sind und es ziemlich viel Arbeit ist, allein die zu bekommen, zumal mal dem Staat auch noch Einblick in alles gewähren muss.

Ansonsten bin ich einfach mal froh, dass Leuten dann am Ende des Tages aber doch zumindest ein bisschen geholfen wird, denn sonst wär ich wahrscheinlich schon lange draufgegangen. Wobei mir ja schon gesagt wurde, dass ich total die akzeptable Ausnahme bin, weil mein Psychiater mir bestätigt hat, dass ich zum Arbeiten grad nicht wirklich in der Verfassung bin.

Dabei ist sowas imo nichtmal die Ausnahme, die Leute kennen nur oft die Hintergründe nicht und vorverurteilen pauschal einfach mal sämtliche Betroffene, weil die ja nicht Arbeiten und das voll gut und chillig ist. Aber wer mal in der Lage war, der wird mir zustimmen, dass das eben nicht so lustig und kein Dauerurlaub ist, den man Leuten auch noch wegnehmen muss, was dann darauf hinausläuft, ihnen die Lebensgrundlage zu entziehen.

Sorry falls das etwas wirr ist, ich hab versucht ein paar Punkte aus der gelöschten Diskussion anzusprechen.


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Killbeat - 26.01.2015, 19:00

ich beziehe selber AGII und bin weder faul noch asozial. Obwohl ich eine abgeschlossene Malerausbildung habe und einen Führerschein, habe ich trotzdem Probleme Arbeit zu kriegen. Wenn dann nur über Zeitarbeit, wo ich bis vor ein paar Monaten noch war, bis ich wegen eines Unfalls entlassen wurde. ich hatte mal Rehastatus, der mir aber nach der Ausbildung gestrichen wurde. Ich tue alles was ich kann, aber mehr als bewerben kann ich nicht tun. trotzdem liegen die vom Jobcenter immer wieder im Nacken. Ich war schon in so vielen Bewerbermaßnahmen, trotzdem stecken die mich immer wieder irgendwo rein. Dann sitze ich da von 8 bis 15:30 rum. 4 Stunden kann ich Bewerbungen schreiben dann ist auch schon Schluss, weil ich alles neue schon durch habe. Danach kann ich dort nur noch rumgammeln, weil keine neuen Angebote da sind. am 2.2. muss ich wieder hin. Hätte ich nein gesagt hätte es Sanktionen gegeben.


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - ... - 26.01.2015, 19:01

Wie gesagt, nicht arbeiten wollen bedeutet was anderes als nicht arbeiten können. Wenn jemand keine Arbeit findet, weils einfach nicht funktioniert oder er körperlich nicht dazu fähig ist, ist das für mich hundert mal verständlicher, als wenn jemand meint, er hätte einfach keine Lust drauf und würde deshalb nur auf Arbeitslosengeld spekulieren.


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Whitey - 26.01.2015, 19:10

Wie gesagt, ich finde es allein schon falsch, dass man sich für sowas erklären muss. Geht doch niemanden was an, warum das so ist. Natürlich sind das Steuergelder, um die es da geht, aber der Steuerzahler ist nunmal nicht fürs Verteilen zuständig und hat nicht das Recht, irgendjemanden zu verurteilen; weil er (zum Glück) auch gar nicht das nötige Wissen dazu hat.

Ich finde manche Leute ziemlich egoistisch was das betrifft. Wenn man seinen Mitmenschen nichtmal mehr die paar Euro fürs Essen gönnt, wo kommen wir denn dahin?


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Triss - 26.01.2015, 19:12

Ich finde es auch ungewöhnlich, wenn jemand wirklich null Motivation zum Arbeiten hat. Aber meine Meinung ist ähnlich wie die von Whitey, niemand sollte gar kein Geld mehr haben in Deutschland. Es ist eh schon nicht viel, was man mit Hartz IV hat, und wenn man noch weniger hat, dann ist es einfach nicht mehr möglich, sich eine Wohnung oder auch nur etwas zu essen zu leisten und das finde ich inakzeptabel. Meiner Meinung nach sollte jeder Mensch die Möglichkeit haben, zu überleben, egal, was er dafür für die Gesellschaft leistet.


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Whitey - 26.01.2015, 19:15

Ich glaub auch gar nicht mal, dass es viele Menschen gibt, die null Motivation haben. Das wird von den einschlägigen Medien gern mal suggeriert, aber die meisten Leute wollen doch irgendwas tun.


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Triss - 26.01.2015, 19:16

(26.01.2015)Whitey schrieb:  Ich glaub auch gar nicht mal, dass es viele Menschen gibt, die null Motivation haben. Das wird von den einschlägigen Medien gern mal suggeriert, aber die meisten Leute wollen doch irgendwas tun.

Das denke ich auch nicht, und wenn, steckt da meistens mehr dahinter als chronische Faulheit, dafür interessieren sich nur die Wenigsten.


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Lihannanshee - 26.01.2015, 19:16

Dass Sozialbetrug (egal wie selten dieser vorkommen mag) eine Straftat ist, ist euch schon klar?
Ich wollte mich zwar nicht äussern, und das wird auch meine letzte Äusserung sein hier, aber.. ich wollte das nur mal einwerfen.


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - DASPRiD - 26.01.2015, 19:17

Zum überleben braucht man aber keine ganze Wohnung, da reicht auch ein 100 Euro WG-Zimmer Wink


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Triss - 26.01.2015, 19:17

(26.01.2015)Lihannanshee schrieb:  Dass Sozialbetrug (egal wie selten dieser vorkommen mag) eine Straftat ist, ist euch schon klar?
Ich wollte mich zwar nicht äussern, und das wird auch meine letzte Äusserung sein hier, aber.. ich wollte das nur mal einwerfen.

Darum ging es ja, ob man das sanktionieren sollte oder nicht ein anderes Konzept entwickeln sollte..

(26.01.2015)DASPRiD schrieb:  Zum überleben braucht man aber keine ganze Wohnung, da reicht auch ein 100 Euro WG-Zimmer Wink

100€ für ein WG-Zimmer halte ich für utopisch, aber auch das Geld muss ja erstmal irgendwo her kommen und man kann meines Wissens das komplett ALG gestrichen bekommen.


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Lihannanshee - 26.01.2015, 19:18

(26.01.2015)Triss schrieb:  
(26.01.2015)Lihannanshee schrieb:  Dass Sozialbetrug (egal wie selten dieser vorkommen mag) eine Straftat ist, ist euch schon klar?
Ich wollte mich zwar nicht äussern, und das wird auch meine letzte Äusserung sein hier, aber.. ich wollte das nur mal einwerfen.

Darum ging es ja, ob man das sanktionieren sollte oder nicht ein anderes Konzept entwickeln sollte..

Ich werde es bereuen aber... was für ein Konzept schlagt ihr vor?

Wenn jemand nicht arbeiten will merkt man das zur not auch daran, dass er sich einen dreck um Bewerbungen kümmert.
Also, wenn Stellen und angebote noch vorhanden sind und er einfach nichts tut.
Dann wird sanktioniert.
Das ist schon richtig so.

Offen zuzugeben dass man nicht arbeiten W I L L (ich kanns nicht genug stretchen..), ist Sozialbetrug und damit eine Straftat. Und ja, diese gehört sanktioniert.
Klar gibbet schlimmere Straftaten, aber ich kann auch keinen .. äh... Vergleich suchen... keinen Dieb draussen frei rumlaufen lassen nur weils anderswo Mörder gibt.
Komischer Vergleich, aber you get the Idea.

Wenn man wirklich nicht KANN aus welchem Grund auch immer, dann kann man soviel Beihilfe kriegen wies geht, ich mein, dafür zahle ich Steuergelder.
Aber wenn jemand offen zugibt, dass er sich durchfüttern lässt....
Come on!


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Whitey - 26.01.2015, 19:18

(26.01.2015)Lihannanshee schrieb:  Dass Sozialbetrug (egal wie selten dieser vorkommen mag) eine Straftat ist, ist euch schon klar?
Ich wollte mich zwar nicht äussern, und das wird auch meine letzte Äusserung sein hier, aber.. ich wollte das nur mal einwerfen.

Mit BGE gäbe es keinen Sozialbetrug mehr. Problem solved.

(26.01.2015)DASPRiD schrieb:  Zum überleben braucht man aber keine ganze Wohnung, da reicht auch ein 100 Euro WG-Zimmer Wink

Und was schlägst du vor? Alle kriegen 100 fürn WG-Zimmer und wer keins findet hat pech?


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Triss - 26.01.2015, 19:19

(26.01.2015)Lihannanshee schrieb:  Ich werde es bereuen aber... was für ein Konzept schlagt ihr vor?

Wie ich bereits im Eingangspost schrieb, bedingungsloses Grundeinkommen, sprich: jeder bekommt eine gewisse Stange Geld, meinetwegen den durchschnittlichen Hartz-IV-Regelsatz, es ist aber an keine Bedingungen geknüpft.


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Killbeat - 26.01.2015, 19:21

(26.01.2015)DASPRiD schrieb:  Zum überleben braucht man aber keine ganze Wohnung, da reicht auch ein 100 Euro WG-Zimmer Wink

zu überleben kann man auch in einer höhle wohnen. es geht hier nicht um überleben, sondern um menschenwürdige dinge und es ist nicht jeden zuzumuten in einer WG wo man nur ein Zimmer hat zu leben.


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Lihannanshee - 26.01.2015, 19:23

(26.01.2015)Triss schrieb:  
(26.01.2015)Lihannanshee schrieb:  Ich werde es bereuen aber... was für ein Konzept schlagt ihr vor?

Wie ich bereits im Eingangspost schrieb, bedingungsloses Grundeinkommen, sprich: jeder bekommt eine gewisse Stange Geld, meinetwegen den durchschnittlichen Hartz-IV-Regelsatz, es ist aber an keine Bedingungen geknüpft.

Aber dann bräuchte keiner mehr arbeiten, weil sich jeder dann eine entsprechende Behausung suchen würde und dann den hier tut:
[Bild: iStock_000014064507Small.jpg]

Und dann gäbe es bald keine Steuerzahler/-gelder mehr aus denen man schöpfen kann.

Ich finde dass man, sofern man dazu fähig ist, man es der Gesellschaft einfach schuldig ist zu arbeiten, eben genau weil man, wenn man mal nicht arbeiten kann, dann unterstützt wird.

@Triss - was hältst du denn von einer Umfrage? AJ hmm


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Whitey - 26.01.2015, 19:25

Schönes Bild. Jetzt pack deine Polemik und tu was du gesagt hast: Nichts mehr hier posten. Danke.

Ist doch lächerlich. Octavia angry


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Triss - 26.01.2015, 19:26

(26.01.2015)Lihannanshee schrieb:  Aber dann bräuchte keiner mehr arbeiten, weil sich jeder dann eine entsprechende Behausung suchen würde und dann den hier tut:

Und dann gäbe es bald keine Steuerzahler/-gelder mehr aus denen man schöpfen kann.

Ich finde dass man, sofern man dazu fähig ist, man es der Gesellschaft einfach schuldig ist zu arbeiten, eben genau weil man, wenn man mal nicht arbeiten kann, dann unterstützt wird.

Das ist definitiv nicht so. Ich weiß nicht, wie der durchschnittliche Hartz-IV-Satz aussieht, aber man kriegt ca. 400€ plus eine Wohnung bezahlt, sagen wir mal 350€ für eine Wohnung, wären wir bei 750€. Das ist den wenigsten Leuten genug, oder würdest du mit 750€ auskommen wollen, oder wenn du eine Familie hast, mit 1500€ für dich und deinen Partner, und vielleicht zwei Kinder? Logischerweise nicht. Die Meisten stöhnen doch schon, wenn sie 1200€ netto verdienen und noch ein Auto und ne Wohnung haben, die nicht nur 25qm groß ist. Es ist einfach nur die Sicherung, dass man nicht komplett am Popo ist, wenn man halt eben mal nicht arbeiten kann.
Und die Leute, die null arbeiten wollen, die leben dann halt ihr gesamtes Leben in ner Einzimmerwohnung und essen Fleischwurst von ja! .


RE: BGE, Hartz IV, Arbeit und Menschenwürde - Lihannanshee - 26.01.2015, 19:28

(26.01.2015)Whitey schrieb:  Was für ein Bullshit. Octavia angry

Was für eine Argumentation.^^

Liest du meine Posts überhaupt?

Straftat. Sanktion.

Wer nicht kann, kann nicht.
Wer kann, sollte es tun, weil er, falls er mal nicht kann, unterstützt wird.
Dafür geht man arbeiten.

Just sayin.

PS: Wo ist eine schlüssige Argumentation bitte Polemik?^^