Luxuria schloß die Wohnung ab und wischte erst mal das Blut weg.
Rose beobachtete immer noch Pangea.
Sie schien wieder eingeschlafen zu sein.
Das, was sie gezeichnet hatte war...
beängstigend...
Rose dachte eigentlich, man würde alles vergessen, das man geträumt hatte... aber Pangea konnte sich so klar daran erinnern...
Vielleicht, weil es erst ein paar Minuten her war.
"Was hälts du davon?"
Luxuria sah sich den Haufen Bits auf dem Tisch an.
"Ich weiß nicht...
Wir... sollten ihr eigentlich danken, dass sie uns Geld beschafft hat aber...
Was hat sie gemacht???"
Rose zuckte mit den Schultern.
"Egal was es war... sie hat Albträume davon gekriegt...
Was... glaubst du denn, was sie gemacht hat?"
Luxuria war ehrlich gesagt zu müde, um darüber nachzudenken.
Sie legte vorsichtig das Gewehr auf den Tisch und hob Pangea dann von dem kleinen Bett auf ihr eigenes.
Sie wollte nicht, dass sie allein schlief...
Luxuria umarmte die kleine sanft und schlief dann zusammen mit ihr ein.
Rose stellte den Fernseher ab und schaute sich Pangeas Tasche an, die auf ihrem Bett lag.
Was sie fand erschreckte sie umso mehr.
Mehrere Tablettenboxen voller Dust, ein Haufen Bits, Schrotflintenmunition, eine seltsame kleine Pistole und mehrere Listen mit Ponys.
Eine Bilder waren durchgestrichen worden...
Waren sie... tot?
War Pangea eine Mörderin?
Nein... sie war doch noch ein Fohlen...
Bestimmt hatte sie die Tasche jemandem gestohlen...
Das musste es sein!
Rose wollte nicht weiter darin herumkramen... aber...
Sie war einfach zu neugierig!
Sie fand einige leere Boxen, die so aussahen, als wären sie dazu da, etwas zu kühlen...
Es konnte aber nicht größer als eine Kartoffel sein... sie waren recht klein...
Mehrere blutige Lappen lagen zusammengeknüllt in einer Seitentasche.
Noch mehr Blaupausen und Baupläne, die Rose nicht verstand.
Rose griff tiefer in die Tasche.
Plötzlich spürte sie... Kabel?
Sie schaute hinein.
Sie konnte ein Display erkennen...
Mehrere Lampen und Kabel...
Und einen Sprengsatz...
Pangea hatte eine Bombe in ihrer Tasche!
Rose hielt kurz die Luft an.
Die Bombe war nicht scharf...
Ein Glück...
Sie legte die Tasche vorsichtig zurück aufs Bett und legte sich dann hin.
Die Tasche konnte der Kleinen einfach nicht gehören!
... aber was wenn doch?
Schließlich war sie eine Kriechende und sie hatte auch ähnliche Baupläne gezeichnet, wie die, die in der Tasche waren...
Wer war diese Pangea?
Rose ging so viel durch den Kopf, doch dann kam die Erschöpfung...
Ihre Augen vielen zu und sie hatte einen langen, traumlosen Schlaf.
***
Sie stand hoch oben auf einem Dach.
Es regnete in Strömen.
Er wollte in den Helikopter steigen, aber sie hatte ihm bereits ins Bein geschossen.
Er kroch zum Helikopter hin, doch es war vorbei.
Wie ironisch... dass er vor ihr wegkroch...
Nun war er der Kriechende!
Sie drehte sein Gesicht zu ihr hin.
"Nein! Nicht!"
Sie schlug ihm ins Gesicht und brach ihm die Nase.
"Halt! Warte! Ich kann... ich kann dir..."
Ein zweiter Schlag schlug ihm mehrere Zähne in den Hals.
Er blutete stark und schaute sie voller entsetzen an.
Sie zog eine Pistole und wollte ihn schon erschießen, aber er schlug sie ihr aus der Hand.
Die Pistole schlitterte von der Plattform herunter und blieb kurz am Rande des Daches liegen.
Er warf sie von sich und rannte zur Pistole.
Sie schlug mit dem Kopf auf den harten Boden des Daches.
Sie durfte jetzt nicht schwach sein!
Sie musste aufstehen!
Sie griff nach ihrem Messer und stach es ihm in die Seite.
Er schrie auf und schlug sie von sich weg.
Sie rutschte nach hinten und über die Kante des Daches.
Nun hing sie dort und bangte um ihr Leben.
Langsam zog sie sich wieder hoch, nur um zu sehen, dass er mit der Pistole vor ihr stand.
"Es ist vorbei, Kleine!"
Als er abdrücken wollte, wurde der Turm von einer Explosion erschüttert.
Er taumelte und fiel mit ihr vom Turm.
Sie hielt sich wieder an der Kante fest...
Und er hielt sich an ihrem Bein fest...
Er war einfach zu schwer, aber ihre Beine waren zu kurz, um ihn herunter zu treten.
Eine zweite Explosion erschütterte den Turm und er ließ endlich los.
Sie zog sich mit letzter Kraft hoch...
Sie bemerkte gar nicht, wie der Turm langsam kippte...
Erst als der Helikopter auf sie zugerutscht kam und sie ebenfalls nach unten riss.
Sie wollte schreien.
Sie öffnete den Mund, aber es kam kein Ton heraus.
So fiel sie vom Turm in die Tiefe.
Etwa 60 Stockwerke nach unten...
Pangea riss die Augen auf.
Schon wieder ein Albtraum...
Zwar harmloser als der restliche Scheiß, den sie so träumte...
aber immer noch ein Albtraum.
Sie sah nach oben.
Alles, was sie sehen konnte, war eine Brust vor ihrer Nase.
Sie spürte, dass sie umarmt wurde.
Es fühlte sich schön an...
Sie fühlte sich irgendwie sicher und geborgen...
Als könnte ihr nichts zustoßen.
Sie schloss wieder die Augen und schlief wieder ein.
Und siehe da!
Sie hatte keine Albträume mehr, jetzt da sie wusste, dass jemand auf sie aufpasste...
Sie hatte einen traumlosen Schlaf...
Das erste Mal seit sie denken kann.
***
"Was auch immer das war... es ist jetzt vorbei...", kommentierte Craig.
Als ob sie das nicht wissen würden...
Aber er wusste einfach nicht, was er sonst sagen sollte...
Maid klammerte sich an seinen Körper.
Sie merkte es wahrscheinlich nicht mal.
Nopony nahm sich den Dekanter und goß sich noch etwas ein.
Er versuchte so gelassen wie möglich zu reagieren.
Anscheinend hatte niemand seinen kleinen Anfall bemerkt.
Gut...
"Scheint so, als wäre ich nicht das einzige übermächtige Wesen in dieser Stadt...
Ich sollte mir vielleicht mal das Villengebiet angucken...
Aber vorher möchte ich doch noch diesen wunderbaren Jahrgang zu ende genießen."
Er nahm einen kleinen Schluck und ließ ihn sich auf der Zunge zergehen.
Er war zwar ein Monster, aber immer noch ein Monster mit STIL!
Wein im Tetrapack war etwas für das Gesocks auf der Straße!
Craig jedoch hatte einen vorzüglichen Weinkeller mit Weinen aus Canterlot und Umgebung.
Am besten war jedoch der Rosé aus den tiefen des Everyfree Forest.
Er hatte etwas wildes, feuriges an sich, aber dennoch einen süßen und leichten Geschmack.
Nopony war zwar kein großer Weinkenner, der mit Fachbegriffen wie "Bukett" und "Abgang" etwas anfangen konnte...
Aber dennoch wusste er in etwa, was ein guter Wein haben musste.
Maid löste sich aus ihrer Starre und räumte das zerbrochene Weinglas von Craig auf.
Immerhin war sie ja seine Maid!
Zero räusperte sich kurz und klopfte dann leicht auf den Tisch.
"Ich muss dann los.
Einen schönen Abend noch."
Craig und Nopony nickten ihm zu und starrten dann wieder stumm zum Villengebiet.