(04.11.2017)Dashlight schrieb: Falls man auch Motorsteuergerät und ähnliches darüber updaten kann, klingt das nach einer größeren Sicherheitslücke.
Jein. Der Hintergrung hinter den Steuergerät-Verschlüsselung ist zwar Diebstahlschutz; Aber es gibt diverse Hersteller die das auch nicht machen. Ganz bekannt ist der Volkswagen-Konzern der seine Steuergeräte gar nicht verschlüsselt und umfassenden Schreibzugriff mittels OBD-Schnittstelle ermöglicht. Das hat eigentlich für den Besitzer große Vorteile, denn so wird z.B. das anlernen neuer Steuergeräte auch einer freien Werkstatt ermöglicht und bei vielen Volkswagen-Modellen lassen sich mittels eines 10 €-Adapters selbst in Eigenarbeit bestimmte Optionen im Nachhinein freischalten. Viele Aufpreisfunktionen sind nämlich verbaut, aber einfach Softwareseitig deaktiviert.
Auch lassen sich bestimmte coole Dinge realtiv einfach bewerkstelligen, z.B. Chiptuning oder die Aufhebung einer V/max-Begrenzung. (Ganz leicht, man muss einfach einen neuen Wert setzen).
Zusammenfassend gesagt ergibt sich die Sachlage so:
Sind die Steuergeräte verschlüsselt, hat dies den Vorteil das der Verkauf geklauter Elektronikbauteile stark erschwert wird. Zeigt sich auch an den Diebstahlzahlen, denn Fahrzeuge die so geschützt sind werden meist etwas weniger geklaut. Zudem kann ich die Kunden an meine Vertragswerkstätten binden, denn sie werden immer wieder nach Reperaturen diese Aufsuchen müssen um die Softwareanlernung zu erledigen.
Sind die Steuergeräte unverschlüsselt hat dies den Vorteil das ich nicht für jeder Reperatur/Softwaregeschichte in die Vertragswerkstatt muss. Das spart mir einen Haufen Geld. Außerdem wird von bestimmten Kundenkreisen eine offene Software als Vorteil empfunden, was die Kunden auch binden kann.
Was die Updates angeht: Die selbst herunterzuladenden Softwarepakete sind meist nur Navi-Software. Diese kann man oft selber installieren. (Könnte ich auch, ist nur nervig). Die wirklich Software fürs Auto gibts eigentlich nur in der Vertragswerkstatt, gegen Entgeld. Mir ist jedenfalls kein Hersteller bekannt, der diese Software zur Eigeninstallation anbietet. Außerdem zeigt sich das Autos mit der Verschlüsselung dennoch geklaut werden. Man kann zwar manche Teile nicht verkaufen, aber die Mechanik, Karosseriebauteile oder das ganze Auto an sich kann immer noch verwendet werden.*
Gerade der Fakt das es per USB funktioniert, spricht eigentlich schon dafür das es sich um reine Navisoftware handelt. Motorsteuerunge etc. können nur über den OBD bzw. CAN-BUS aufgespielt werden.
*Ich weiß nicht wie es mit Smartcars ist. Die haben in der Regel eine offen gezeigte oder (meist aus gesetzlichen Gründen versteckte) Backdoor die dem Hersteller erlaubt den Wagen lahmzulegen. Ein in Irland gekaufter Volvo z.B. bietet die Möglichkeit nach Diebstahl per Telefonanruf den Wagen einfach ausschalten zu können. Das Feature nennt sich Fernabschaltung und funktioniert recht effektiv, weil der Wagen selbst nach Verkauf in Osteuropa noch geortet werden kann - sofern nichts umgebaut wird. In Deutschland ist dieses Feature aus rechtlichen Gründen nicht da, aber ich kann mir nicht vorstellen das es nicht trotzdem geht.

Das passiert nicht immer, für ein Tacho-Display aber entschieden zu oft.